Geheimnisse, die dir Angst machen
Lies zuerst die Geschichte. Danach kommt deine Mission.

Du kennst schon gute und schlechte Geheimnisse. Ein gutes kribbelt vor Vorfreude, zum Beispiel ein Geschenk für deine Eltern, und kommt bald heraus.
Ein schlechtes Geheimnis drückt im Bauch. Oft sagt jemand dazu: „Erzähl das niemandem, auch nicht deinen Eltern. Sonst gibt es Ärger.“ Oder: „Sonst bist du schuld.“
Genau solche Sätze sind ein Warnzeichen. Niemand darf von dir verlangen, ein Geheimnis zu hüten, das dir schlecht tut. Auch dann nicht, wenn du es versprochen hast.
Du darfst es trotzdem erzählen, und du bekommst dafür keinen Ärger. Es ist nicht deine Schuld. Reden hilft, und danach musst du es nicht mehr allein tragen.
Rakis Merksatz
Schlechte Geheimnisse darfst du immer erzählen.
Raki sagt: „Ein Geheimnis, das dir Angst macht, darfst du immer erzählen. Auch dann, wenn jemand gesagt hat, du dürftest nicht reden.“
Deine Mission
Frage 1 von 3
Woran merkst du, dass ein Geheimnis ein schlechtes ist?
Dein Bauchgefühl will dich schützen, also hör darauf. Ein schlechtes Geheimnis darfst du immer erzählen.
Darauf kommt es nicht an. Ein schlechtes Geheimnis drückt im Bauch oder lässt dich nicht einschlafen.
Frage 2 von 3
Jemand sagt: „Erzähl das niemandem, auch nicht deinen Eltern, sonst gibt es Ärger.“ Was gilt?
Niemand darf verlangen, dass du ein Geheimnis hütest, das dir schlecht tut. Du bekommst keinen Ärger.
So ein Versprechen musst du nicht halten. Du darfst es immer erzählen, und du bekommst dafür keinen Ärger.
Frage 3 von 3
Du planst eine Überraschung für deine Eltern. Was für ein Geheimnis ist das?
Ein gutes Geheimnis kribbelt vor Vorfreude und tut nicht weh. Es kommt bald heraus, und alle freuen sich.
Eine Überraschung ist ein gutes Geheimnis. Sie kommt bald heraus, und am Ende freuen sich alle.
Löse die Mission, dann bekommst du deinen Haken.
Für deine Eltern
Aufgabe für Sie und Ihr Kind
Zum Vorlesen:
Ein Geheimnis, das dir Angst macht oder im Bauch drückt, darfst du immer erzählen. Auch wenn jemand gesagt hat, du darfst nicht reden. Du bekommst dafür keinen Ärger.
Die Frage: Soll ich das für immer geheim halten?
Zum Weiterreden:
- Macht mir das Geheimnis Bauchweh oder Angst?
- Hat jemand gesagt, ich darf nicht reden?
Gemeinsam üben: Sucht gemeinsam einen Satz, mit dem du anfangen kannst, wenn es schwerfällt, zum Beispiel: „Ich muss dir etwas erzählen, und ich habe Angst davor.“ Deine Eltern versprechen dir, dass es dann keinen Ärger gibt.
Gut zu wissen
- Erklären Sie den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen mit ruhigen, klaren Worten.
- Sagen Sie Ihrem Kind klar zu, dass es nie Ärger bekommt, wenn es ein belastendes Geheimnis erzählt.
- Die Aufforderung, etwas vor den Eltern zu verbergen, ist immer ein Warnzeichen. Sprechen Sie das offen an.
- Reagieren Sie ruhig und wertschätzend, damit Ihr Kind sich auch beim nächsten Mal öffnet.
- Bei ernster Sorge helfen die Nummer gegen Kummer und eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.