Wenn der Klassenchat kippt
Erst die Lage, dann deine Mission. Lies in Ruhe.

Ein Klassenchat ist praktisch: Hausaufgaben nachfragen, an den Ausflug erinnern, kurz etwas klären. Aber manchmal kippt die Stimmung. Erst kommt ein frecher Spruch, dann lachen alle über eine Person.
Mila fragt nach den Matheaufgaben. Tom schreibt: „Du kapierst das doch sowieso nie. War nur Spaß.“ Dann: „Und pass lieber auf nach der Schule.“ Mit Smiley. Jana schickt drei Lach-Smileys. Ben schreibt: „Stopp, das ist nicht witzig. Mila, ich schick dir die Aufgaben.“
Der erste Spruch tut schon weh. Der zweite ist eine Drohung, und Mila kann nicht wissen, wie er gemeint ist. Angst ist nie ein Witz. Auch Janas Smileys machen mit, denn Mitlachen gibt dem Mobbing Publikum.
Im Chat gilt dasselbe wie auf dem Schulhof: nett bleiben, niemanden auslachen, niemanden ausschließen. Bei einer Drohung machst du einen Screenshot und sagst es deinen Eltern oder deiner Lehrkraft. Das ist kein Petzen. Und ein nettes Wort wie das von Ben verändert die Lage sofort.
Rakis Merksatz
Eine Drohung ist niemals Spaß.
Raki sagt: „Was du auf dem Schulhof niemandem ins Gesicht sagen würdest, schreibst du auch nicht in den Klassenchat.“
Deine Mission
Frage 1 von 3
Jemand schreibt einen fiesen Spruch über ein Kind und hängt „War nur Spaß“ dran. Was stimmt?
Ein Bildschirm ändert die Regeln nicht: nett bleiben, niemanden auslachen, niemanden ausschließen.
„War nur Spaß“ macht einen gemeinen Spruch nicht freundlicher. Im Chat gelten dieselben Regeln wie auf dem Schulhof.
Frage 2 von 3
Im Chat steht „Pass lieber auf nach der Schule“, mit Smiley. Was tust du?
Eine Drohung ist niemals Spaß, auch nicht mit Smiley. Sichere sie als Beweis und erzähl es deinen Eltern oder deiner Lehrkraft.
Wer bedroht wird, kann nicht wissen, wie es gemeint ist. Mach einen Screenshot und sag es deinen Eltern oder deiner Lehrkraft. Die Nummer gegen Kummer 116 111 hilft auch.
Frage 3 von 3
Im Klassenchat wird jemand ausgelacht. Du schaust nur zu. Was hilft wirklich?
Ein einziger netter Satz zeigt der getroffenen Person, dass sie nicht allein ist. Lachen und Likes geben dem Mobbing dagegen Publikum.
Auch Zuschauen hat Wirkung, jeder Lacher gibt dem Mobbing Publikum. Ein nettes Wort an die getroffene Person hilft wirklich.
Löse die Mission, dann bekommst du deinen Haken.
Für deine Eltern
Aufgabe für Sie und Ihr Kind
Zum Vorlesen:
Im Klassenchat gelten dieselben Regeln wie auf dem Schulhof. Bevor du etwas schreibst, lachst oder likst, frag dich kurz: Würde ich das auch laut sagen? Und eine Drohung ist niemals Spaß, auch nicht mit Smiley.
Die Frage: Würde ich das auf dem Schulhof laut sagen?
Zum Weiterreden:
- Lache oder like ich gerade mit?
- Wem erzähle ich es?
Gemeinsam üben: Lest den Chat aus der Geschichte zusammen und sucht die Stelle, an der aus einem angeblichen Witz eine Drohung wird. Dann überlegt ihr, was Ben richtig macht.
Gut zu wissen
- Der Klassenchat ist für viele Kinder in Klasse 5 der erste große Gruppenchat. Sprechen Sie früh darüber, welche Regeln dort gelten: dieselben wie auf dem Schulhof.
- Eine Drohung bleibt eine Drohung, auch mit Smiley. Nehmen Sie sie ernst und sprechen Sie bei Bedarf mit der Klassenleitung.
- Mitlachen und Likes geben Mobbing Publikum. Ermutigen Sie Ihr Kind, der getroffenen Person ein nettes Wort zu schreiben, statt nur zuzuschauen.
- Bei gemeinen Nachrichten sichert ein Screenshot den Beweis. Bei schlimmen Bildern gilt das nicht, darum geht es in der nächsten Station.
- Bleiben Sie ruhig und nehmen Sie das Handy nicht als Strafe weg, sonst erzählt Ihr Kind beim nächsten Mal nichts.
Blatt zur Reihe zum Ausdrucken: „Unser Chat, unsere Crew“