Anlass: Reagiert auf Fälle vom Oktober 2026, in denen Betrüger übernommene WhatsApp-Konten nutzen, um Bekannte dringend um Geld per PayPal zu bitten.
Die Nachricht kommt von jemandem, den Sie kennen. Richtiger Name, vertrautes Profilbild, darüber der Chatverlauf von Jahren. Erst ein kurzes „Hast du gerade Zeit?“, dann die Bitte: Es ist etwas Dringendes passiert, ob Sie 440 Euro vorstrecken könnten, per PayPal über die Option „Freunde und Familie“. Wenig später folgt eine zweite Bitte über 650 Euro, diesmal an ein anderes Konto.
Hinter dem Chat sitzt aber nicht Ihr Bekannter. Betrüger haben sein WhatsApp-Konto übernommen, oft über ein heimlich verknüpftes zweites Gerät, und schreiben nun aus seinem echten Konto heraus. Darum stimmt alles, was man sonst prüfen würde: Name, Bild, Nummer. Selbst persönliche Fragen beantworten sie oft überzeugend. Nur ein Anruf kommt nicht zustande, dafür gibt es eine Ausrede.
Die Masche wirkt, weil sie Vertrauen und Eile verbindet. Wer einem Freund helfen will, prüft nicht lange. Rückfragen im selben Chat helfen nicht, sie landen genau bei den Betrügern. Und „Freunde und Familie“ ist für Geld unter Menschen gedacht, die sich kennen. Einen Käuferschutz gibt es dort nicht. Was einmal weg ist, kommt selten zurück.
Was Sie zu Hause vereinbaren können:
- Bittet jemand im Chat um Geld, rufen Sie die Person ganz normal über das Telefon an, nicht per WhatsApp-Anruf, unter der Nummer, die Sie kennen. Erst danach wird gezahlt.
- „Freunde und Familie“ nutzen Sie nie für eine Bitte, die nur aus dem Chat kommt.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Auch Kinder und Jugendliche bekommen solche Nachrichten von „Freunden“, die schnell eine Guthabenkarte oder ein paar Euro brauchen. Und auch ihr Konto kann übernommen werden.
Ist schon Geld geflossen, rufen Sie sofort PayPal und Ihre Bank an, sichern Sie Bildschirmfotos vom Chat und erstatten Sie Anzeige. Warnen Sie Ihre Kontakte auf einem anderen Weg, nicht über den betroffenen Chat, und sagen Sie auch Ihrem Bekannten Bescheid, damit er sein Konto zurückholt.
Für heute: Vereinbaren Sie in der Familie den einen Satz, der immer gilt: Bei Geld wird angerufen, egal wie vertraut der Absender wirkt. Und werfen Sie in WhatsApp einen Blick auf „Verknüpfte Geräte“, auf Ihrem Handy und auf dem Ihres Kindes. Was Sie dort nicht kennen, melden Sie ab.
Passend dazu aus der Lernwelt: „Neue Nummer“ auf dem Handy, „Euer Familien-Codewort“, „Zwei Schlüssel für dein Konto“.