Anlass: Reagiert auf Werbung in sozialen Netzwerken im Oktober 2026 für gefälschte, bloßstellende Bilder.
Ein Profilbild, das Klassenfoto, ein Schnappschuss vom Geburtstag. Mehr braucht es heute nicht, damit jemand daraus ein gefälschtes Nacktbild macht. Ein echtes Bild in einer heiklen Lage ist dafür nicht mehr nötig. Im Oktober 2026 wurden solche Fälschungen in sozialen Netzwerken sogar beworben, obwohl die Plattformen das verbieten.
Betroffen sind auch Kinder und Jugendliche. Die Fälschungen entstehen oft im eigenen Umfeld, in der Klasse oder im Verein, und werden zum Bloßstellen oder Erpressen benutzt. Solche Fälschungen von Kindern oder Jugendlichen zu verbreiten ist strafbar, auch wenn das Bild nicht echt ist. Das gilt schon für das bloße Weiterschicken. Auch wenn Betroffene nichts falsch gemacht haben, schämen sie sich oft und schweigen.
Darum hilft am meisten, was vorher passiert. Stellen Sie Fotos Ihres Kindes nicht öffentlich ins Netz, und stellen Sie seine Konten auf privat, auch das Profilbild. Ganz verhindern lässt sich das nicht, ein Klassenfoto reicht. Fragen Sie Schule und Verein, wo Fotos Ihres Kindes veröffentlicht werden. Und sagen Sie Ihrem Kind den einen Satz, bevor etwas geschieht: „Wenn jemand ein Bild von dir verändert, bist du nicht schuld, und du bekommst keinen Ärger. Wir lösen das zusammen.“
Wenn es doch passiert:
- Bleiben Sie ruhig. Ihr Kind braucht jetzt Halt, keine Vorwürfe.
- Leiten Sie das Bild nicht weiter, auch nicht an andere Eltern oder an die Schule. Jede Kopie verbreitet es weiter. Gezeigt wird es nur der Polizei, direkt auf dem Gerät.
- Halten Sie fest, wo das Bild aufgetaucht ist, ohne es anzufassen: Name oder Profil, Datum, Uhrzeit und, wenn möglich, den Link aufschreiben. Machen Sie kein Bildschirmfoto, speichern Sie nichts und löschen Sie nichts.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und zeigen Sie dort das Gerät.
- Melden Sie den Beitrag danach bei der Plattform. Plattformen müssen gemeldete rechtswidrige Inhalte prüfen und entfernen. Sind Mitschüler beteiligt, informieren Sie die Schule und bitten Sie darum, sich das Bild nicht schicken zu lassen.
Rat für Sie als Eltern gibt es beim Elterntelefon unter 0800 111 0 550, montags, mittwochs und freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr, kostenlos.
Und falls du das als Kind liest: Wenn jemand ein Bild von dir verändert, bist du nicht schuld. Sag es deinen Eltern, du bekommst keinen Ärger. Schick so ein Bild nie weiter, auch nicht, wenn es jemand anderen zeigt. Siehst du so ein Bild von jemandem aus deiner Klasse, sag es auch dann deinen Eltern. Und wenn du lieber erst mit jemandem außerhalb der Familie sprechen möchtest: Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, kostenlos und anonym.
Passend dazu aus der Lernwelt: „Wer sieht das eigentlich?“, „Dein Foto gehört dir“, „Wenn jemand ein Bild von dir will“.