Auf dem Handy erscheint eine Nachricht von einer unbekannten Nummer: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer.“ Es klingt nach Ihrem Kind, es fühlt sich an wie Ihr Kind. Und genau darauf setzen die Absender.
Die Masche läuft im Messenger ab, still und freundlich, ganz ohne Schockanruf. Erst wird die neue Nummer eingeführt, dann kommt ein wenig Alltagsgeplauder, und kurz darauf die eigentliche Bitte: Eine dringende Rechnung muss bezahlt werden, und das geht angeblich gerade nur über Ihr Konto. Wer die Masche kennt, durchschaut sie in einer Minute. Sie ist die kleine Schwester des Enkeltricks, den wir in der Lektion Der Enkeltrick und der Schockanruf genauer anschauen.
Eine neue Nummer beweist gar nichts. Wer wirklich Ihr Kind ist, lässt sich anrufen und freut sich über Ihre Stimme.
Ein nachgestellter Chat-Verlauf
Dieser Verlauf ist erfunden, aber genau so laufen die Nachrichten ab. Lesen Sie ruhig mit und achten Sie darauf, wie schnell aus der „neuen Nummer“ eine Geldfrage wird.
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Die unbekannte Nummer
„Hallo Mama, mein Handy ist kaputtgegangen. Das ist meine neue Nummer, die alte kannst du löschen. Speicherst du mich bitte neu ab?“
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Sie, überrascht
„Oh je, was ist denn passiert? Bist du das wirklich? Ruf mich doch kurz an.“
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Die unbekannte Nummer
„Das geht leider noch nicht, das Mikrofon vom Ersatzhandy ist defekt. Ich habe aber ein Problem: Eine Rechnung muss heute noch bezahlt werden, und ich komme ohne mein altes Handy nicht in mein Online-Banking.“
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Sie, hilfsbereit
„Um wie viel geht es denn? Vielleicht kann ich dir ja helfen.“
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Die unbekannte Nummer
„1.870 Euro. Ich schicke dir gleich die Kontonummer. Kannst du das bitte sofort als Echtzeit-Überweisung machen? Morgen überweise ich es dir zurück, versprochen. Du bist die Beste!“
Genau hier ist Schluss. Eine fremde Nummer, ein Anruf, der angeblich nicht möglich ist, und eine dringende Überweisung auf ein unbekanntes Konto: Das ist die Masche in Reinform. Rufen Sie jetzt die alte, gespeicherte Nummer Ihres Kindes an.
Daran erkennen Sie die Masche
Tritt auch nur eines dieser Zeichen auf, dürfen Sie misstrauisch werden. Treten mehrere zusammen auf, ist es fast sicher Betrug.
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Fremde Nummer, vertraute Anrede
„Hallo Mama“ oder „Hallo Papa“, aber kein Name. Die Absender wissen nichts über Sie. Die Lücke sollen Sie im Kopf selbst füllen.
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Anrufen geht angeblich nicht
Kaputtes Handy, defektes Mikrofon, kein Empfang. Die Ausrede hat einen Zweck: Ihre Stimme am Telefon würde die Lüge sofort auffliegen lassen.
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Schnell geht es um Geld
Nach wenigen Nachrichten taucht eine dringende Rechnung auf, die das „Kind“ angeblich nicht selbst bezahlen kann. Genau darum ging es von Anfang an.
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Ein fremdes Konto
Die Kontonummer gehört nicht Ihrem Kind, sondern angeblich der Firma mit der Rechnung. In Wahrheit landet das Geld direkt bei den Tätern.
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Künstlicher Zeitdruck
Heute noch, sofort, am besten als Echtzeit-Überweisung. Druck soll das ruhige Nachdenken und den Anruf bei der alten Nummer verhindern.
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Schmeicheln und Versprechen
„Du bist die Beste“, „morgen zahle ich alles zurück“. Wärme und Dankbarkeit sollen Ihr Vertrauen ersetzen, das die Absender nie verdient haben.
Ruhig und der Reihe nach
Sie müssen sich das nicht alles merken. Es reicht, den zweiten Schritt zu kennen, denn der entscheidet die ganze Sache in einer Minute.
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Ruhe bewahren
Eine Nachricht kann warten, auch eine dringende. Echte Notfälle laufen nicht über Textnachrichten von fremden Nummern. Sie müssen nicht einmal antworten.
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Die alte Nummer anrufen
Rufen Sie Ihr Kind unter der Nummer an, die Sie gespeichert haben. Meist geht es ganz normal ran, denn das Handy ist gar nicht kaputt. Damit ist die Masche entlarvt, bevor irgendetwas passiert ist.
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Kontrollfrage oder Codewort nutzen
Bleiben Zweifel, stellen Sie eine persönliche Frage, die nur Ihr echtes Kind beantworten kann, oder fragen Sie nach Ihrem Familien-Codewort. Wie Sie es vereinbaren, zeigt die Lektion Der Enkeltrick und der Schockanruf, zum Ausdrucken gibt es das Arbeitsblatt zum Familien-Codewort.
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Niemals überweisen, ohne die Stimme gehört zu haben
Machen Sie das zu Ihrer festen Regel, für jeden Betrag. Erst sprechen, dann entscheiden. Eine Rückfrage per Nachricht genügt nicht, denn die beantworten die Täter einfach selbst.
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Blockieren, melden, die Familie warnen
Blockieren Sie die unbekannte Nummer im Messenger und melden Sie sie dort als Betrug. Erzählen Sie der Familie davon, denn dieselbe Nachricht erreicht oft mehrere Menschen gleichzeitig.
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Falls Geld geflossen ist: sofort handeln, ohne Scham
Rufen Sie umgehend Ihre Bank an, manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Schämen müssen Sie sich nicht: Diese Masche trifft täglich tausende Menschen, und jede Anzeige hilft, die Täter zu stoppen.
Die alte Nummer ist der Lügendetektor.
Rufen Sie bei jeder „neuen Nummer“ zuerst die alte an. Ist das Handy wirklich kaputt, verlieren Sie nichts. Steckt ein Betrüger dahinter, meldet sich Ihr Kind wohlauf, und die Masche ist in einer Minute erledigt.
Drei Fragen zum Mitnehmen.
Prüfen Sie kurz, ob die wichtigsten Regeln sitzen. Nichts wird gespeichert.
Lesen Sie in Ruhe und wählen Sie eine Antwort.
Jetzt durchschauen Sie die „neue Nummer“.
Ruhe bewahren, die alte Nummer anrufen, niemals ohne die Stimme überweisen, dann blockieren und melden. Und falls doch einmal etwas passiert ist: keine Scham, sondern sofort Bank und Polizei einschalten. So läuft die Masche bei Ihnen ins Leere.