Der erste Messenger

WhatsApp für Kinder: ab welchem Alter ist es sinnvoll?

Kurz und sachlich vorweg: Die Anbieter setzen für die Nutzung meist ein Mindestalter von 13 Jahren voraus. Das ist eine Vorgabe des Dienstes, keine feste gesetzliche Grenze und keine Rechtsberatung. Und ehrlich gesagt ist diese Zahl gar nicht das Wichtigste. Entscheidend ist, ob Ihr Kind bereit ist und ob Sie es die erste Zeit begleiten. Ein Messenger ist kein Schalter, den man umlegt, sondern etwas, in das ein Kind hineinwächst. Hier steht, was Sie vorher einstellen und besprechen, damit der Start ruhig verläuft.

Die Altersfrage sachlich

Was die Altersvorgabe bedeutet und was nicht.

Die Anbieter verlangen in ihren Nutzungsbedingungen meist ein Mindestalter von 13 Jahren. Das ist eine Regel des Dienstes, kein Gesetz mit einem festen Datum, und wir geben hier keine Rechtsberatung und kein Versprechen. Die Zahl sagt außerdem nichts darüber aus, ob Ihr Kind bereit ist, denn Reife hat wenig mit dem Geburtsjahr zu tun. Manche Kinder gehen früh sehr überlegt mit Nachrichten um, andere brauchen länger. Nützlicher als die reine Jahreszahl sind ein paar Fragen an sich selbst: Kann mein Kind einen unangenehmen Chat wieder verlassen? Kommt es zu mir, wenn etwas komisch ist? Und bin ich bereit, die ersten Wochen wirklich dabei zu sein? Wenn das eigene Handy ohnehin gerade ansteht, lohnt vorher der ruhige Leitfaden zum ersten Handy und seinen Regeln.

Vorher einstellen und besprechen

Zehn ruhige Minuten vor der ersten Nachricht.

Privatsphäre gemeinsam einrichten

Gehen Sie gemeinsam die Einstellungen durch, bevor der erste Chat läuft. Legen Sie fest, wer das Profilbild, den Status und die zuletzt-online-Zeit sehen darf, am besten nur die eigenen Kontakte. Wichtig ist auch die Einstellung, wer Ihr Kind ungefragt zu Gruppen hinzufügen darf. Wer eigentlich alles mitliest, klärt für Ihr Kind die Lektion „Wer sieht das eigentlich?“.

Wer schreiben darf, und der automatische Download

Besprechen Sie, dass Ihr Kind nur mit Menschen schreibt, die es kennt, und dass es unbekannte Nummern blockieren darf, ohne zu antworten. Schalten Sie den automatischen Download von Bildern und Videos in Gruppen ab, damit nicht ungefragt alles auf dem Gerät landet, was andere schicken. Wie das ruhige Blockieren und Melden geht, übt Ihr Kind in der Lektion „Blockieren und Melden“.

Regeln für den Klassenchat

Für die meisten Kinder ist der Klassenchat der erste große Gruppenraum, und dort entstehen die ersten Konflikte. Sprechen Sie vorher darüber, dass man freundlich bleibt, nicht jedes Bild weiterleitet und im Zweifel lieber schweigt, als mitzumachen. Genau das übt Ihr Kind in der Lektion „Cybermobbing im Klassenchat“.

Damit diese Punkte nicht nur einmal besprochen bleiben, hält ein gemeinsam unterschriebener Handyvertrag zum Ausdrucken die wichtigsten Regeln fest, ganz ohne täglich neu zu verhandeln.

Typische Stolpersteine

Fremde, Kettenbriefe und der Gruppendruck.

Drei Dinge tauchen bei fast jedem Kind irgendwann auf. Zuerst schreiben manchmal unbekannte Nummern, oft harmlos, manchmal nicht. Ihr Kind soll wissen, dass es keine persönlichen Daten verrät, nicht antworten muss und solche Kontakte einfach blockieren darf. Wie das im Ernstfall geht, zeigt die Lektion „Wenn dir ein Fremder schreibt“. Dann kommen Kettenbriefe, die mit Unglück oder Glück drohen, wenn man sie nicht weiterschickt. Hier hilft der ruhige Satz, dass solche Nachrichten nur Angst machen wollen und dass nichts passiert, wenn man sie einfach löscht. Und schließlich der Gruppendruck: In Gruppen fühlt sich Ihr Kind manchmal gedrängt mitzumachen, auch wenn es das nicht will. Am stärksten schützt hier die Gewissheit, dass es bei jedem unguten Gefühl zu Ihnen kommen kann, ohne Ärger zu bekommen.

So fangen Sie an

Gemeinsam einrichten, dann in Ruhe begleiten.

Richten Sie den Messenger beim ersten Mal gemeinsam ein, gehen Sie die Einstellungen zusammen durch und schreiben Sie die erste Nachricht am besten aneinander. So merkt Ihr Kind, dass Sie nicht kontrollieren, sondern begleiten. Halten Sie die wichtigsten Regeln in einem Handyvertrag fest und bleiben Sie die ersten Wochen ansprechbar. Alle passenden Lektionen für Ihr Kind finden Sie gebündelt in der Lernwelt.

Kurz gefragt

Was Eltern zu WhatsApp und Kindern fragen.

  • Ab welchem Alter darf mein Kind WhatsApp nutzen?

    Die Anbieter setzen für die Nutzung meist ein Mindestalter von 13 Jahren voraus. Das ist eine Vorgabe des Dienstes, keine feste gesetzliche Grenze und keine Rechtsberatung. Wichtiger als die Zahl ist ohnehin, ob Ihr Kind bereit ist und ob Sie es die erste Zeit begleiten. Viele Familien richten den Chat gemeinsam ein und besprechen vorher klare Regeln.

  • Was sollte ich vor der ersten Nutzung einstellen?

    Gehen Sie gemeinsam die Privatsphäre-Einstellungen durch, etwa wer das Profilbild und den Status sehen darf und wer Ihr Kind zu Gruppen hinzufügen kann. Schalten Sie den automatischen Download von Bildern und Videos in Gruppen ab, damit nicht ungefragt alles auf dem Gerät landet. Und sprechen Sie über die Regeln im Klassenchat, bevor der erste Streit dort entsteht.

  • Was sind die häufigsten Stolpersteine?

    Am häufigsten sind es drei Dinge: Nachrichten von unbekannten Nummern, Kettenbriefe, die mit Angst oder Glück drohen, und der Gruppendruck im Klassenchat. Wenn Ihr Kind weiß, dass es fremde Kontakte blockieren darf, dass Kettenbriefe nur Angst machen wollen und dass es bei jedem unguten Gefühl zu Ihnen kommen kann, ist das meiste davon entschärft.

Der erste Schritt

Gemeinsam einrichten, heute Abend, in Ruhe.

Nehmen Sie sich zehn Minuten, gehen Sie die Einstellungen zusammen durch und machen Sie die ersten Regeln aus.