Zurück zu CyberAcademy Eine Raki-Lektion

Cybermobbing im Klassenchat

  • CyberAcademy
  • Lesedauer rund 6 Minuten
  • Ab Klasse 5, auch gut für den Unterricht

Ein Klassenchat ist praktisch: Hausaufgaben nachfragen, an den Ausflug erinnern, kurz etwas klären. Aber manchmal kippt die Stimmung. Erst ist es ein frecher Spruch, dann lachen alle über eine Person, und plötzlich traut sich jemand morgens kaum noch, das Handy anzuschauen.

Dabei ist die Regel eigentlich ganz einfach: Im Klassenchat gilt dasselbe wie auf dem Schulhof. Nett bleiben, niemanden auslachen, niemanden ausschließen. Ein Bildschirm ändert daran gar nichts. Im Gegenteil, geschriebene Worte bleiben stehen und können immer wieder gelesen werden. Deshalb tun sie oft sogar länger weh.

Wenn jemand im Chat immer wieder beleidigt, ausgelacht oder absichtlich ausgeschlossen wird, hat das einen Namen: Cybermobbing. In dieser Lektion siehst du, wie so etwas anfängt, wo die rote Linie liegt und was du tun kannst, damit euer Chat ein guter Ort für alle bleibt.

Was du auf dem Schulhof niemandem ins Gesicht sagen würdest, schreibst du auch nicht in den Klassenchat.
Raki
So fängt es oft an

Ein nachgestellter Klassenchat

Dieser Verlauf ist erfunden, die Namen auch. Aber genau so sieht es aus, wenn ein Chat kippt. Lies in Ruhe mit und achte darauf, an welcher Stelle aus einem angeblichen Witz etwas ganz anderes wird.

Nachgestellter Klassenchat
  1. Mila

    „Hat jemand die Matheaufgaben von heute? Ich war krank.“

  2. Tom

    „Wozu denn, du kapierst das doch sowieso nie. War nur Spaß 😂“

  3. Tom

    „Und pass lieber auf nach der Schule. 🙂“

  4. Jana

    „😂😂😂“

  5. Ben

    „Stopp, das ist nicht witzig. Mila, ich schicke dir die Aufgaben gleich.“

Schau genau hin. Der erste Spruch tut schon weh, auch mit „War nur Spaß“ dahinter. Die zweite Nachricht ist keine Frotzelei mehr, sondern eine Drohung. Und Janas Lach-Smileys machen mit, obwohl sie selbst gar nichts geschrieben hat. Nur Ben macht es richtig: Er hält dagegen und hilft Mila.

Die rote Linie

Eine Drohung ist niemals Spaß

„Pass lieber auf nach der Schule“ mit einem Smiley dahinter: Vielleicht behauptet Tom später, das sei doch nur ein Witz gewesen. Aber Mila kann das nicht wissen. Sie liest die Nachricht allein auf ihrem Handy und bekommt Angst. Und Angst ist nie ein Witz. Deshalb gilt ohne Ausnahme: Drohungen sind niemals Spaß. Auch nicht unter Freunden. Auch nicht mit Smiley dahinter.

Wenn du so eine Nachricht bekommst oder in eurem Chat liest, musst du das nicht selbst einordnen oder aushalten. Erzähle es sofort deinen Eltern oder deiner Lehrkraft. Das ist kein Petzen, das ist genau richtig. Bei einer Drohung dürfen und sollen Erwachsene übernehmen.

Und noch etwas zeigt der Chat: Auch Zuschauen hat Wirkung. Wer bei gemeinen Sprüchen mitlacht, ein Herz dalässt oder sie weiterschickt, macht mit und gibt dem Mobbing Publikum. Wer dagegen der getroffenen Person ein nettes Wort schreibt, so wie Ben, verändert die Lage sofort. Ein einziger Satz reicht, damit sich jemand nicht mehr allein fühlt.

Frag dich kurz

Drei Fragen vor dem Absenden

Bevor du im Klassenchat etwas schreibst, lachst oder likst, helfen dir diese drei Fragen. Sie dauern nur einen Moment und ersparen viel Ärger.

  1. Würde ich das auf dem Schulhof laut sagen?

    Wenn nein, dann schreib es auch nicht. Im Chat gelten dieselben Regeln wie draußen: nett bleiben, niemanden auslachen, niemanden ausschließen.

  2. Lache oder like ich gerade mit?

    Wer bei gemeinen Sprüchen lacht oder ein Herz dalässt, macht mit. Schreib der getroffenen Person lieber ein nettes Wort, das hilft wirklich.

  3. Wem erzähle ich es?

    Deinen Eltern oder deiner Lehrkraft. Hilfe holen ist mutig und kein Petzen. Du musst so etwas nie mit dir allein ausmachen.

Wenn es passiert

Vier ruhige Schritte

  • Nicht mitmachen. Lache nicht mit, like nichts, leite nichts weiter und schimpfe nicht zurück. So bekommt das Mobbing kein Publikum.

  • Screenshot machen. Sichere die Nachricht als Beweis, bevor sie gelöscht wird. Du brauchst sie später, wenn du Hilfe holst.

  • Bescheid sagen. Erzähle es deinen Eltern oder deiner Lehrkraft. Hilfe holen ist mutig und kein Petzen, gerade bei Drohungen.

  • Nummer gegen Kummer: 116 111. Dort kannst du kostenlos und anonym mit jemandem sprechen, wenn du reden möchtest.

Rakis Merksatz
Eine Drohung ist niemals Spaß.

Auch nicht unter Freunden. Auch nicht mit Smiley dahinter.

Rakis Merksatz aus dieser Lektion
Kurz-Check

Drei Fragen, dann hast du es.

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Frage 1 von 3 Richtig: 0

Lies in Ruhe und wähle deine Antwort.

Geschafft

Jetzt weißt du, wie euer Klassenchat ein guter Ort bleibt.

Ein guter Klassenchat ist wie eine gute Crew: Alle fliegen sicherer, wenn alle aufeinander achten. Du machst bei Gemeinheiten nicht mit, hältst mit einem netten Wort dagegen und holst bei Drohungen sofort Hilfe.