Gemeinsam spielen

Online-Spiele für Kinder: sicher spielen lassen

Ob Roblox, Fortnite oder Minecraft, irgendwann steht eines dieser Spiele bei fast jedem Kind auf dem Bildschirm. Die gute Nachricht vorweg: Die Spiele selbst sind meist nicht das Problem, es kommt auf ein paar Einstellungen und Gespräche an. Wer den Chat sicher macht, die Käufe im Griff hat und über die Zeit redet, kann sein Kind mit gutem Gewissen spielen lassen. Hier stehen die drei Themen, auf die es wirklich ankommt, und wie Sie sie ruhig lösen.

Die drei echten Themen

Nicht das Spiel, sondern das Drumherum.

Kontakt mit Fremden im Chat

In vielen Online-Spielen kann man mit anderen schreiben oder sprechen, und darunter sind Menschen, die Ihr Kind nicht kennt. Die meisten wollen einfach spielen, manche nicht. Ihr Kind soll lernen, keine persönlichen Daten zu verraten, ein Gespräch aus dem Spiel nie in eine andere App zu verlängern und bei jedem unguten Gefühl zu Ihnen zu kommen. Prüfen Sie in den Einstellungen, ob sich der Chat einschränken oder auf Freunde begrenzen lässt. Wie Ihr Kind mit fremden Kontakten ruhig umgeht, zeigt die Lektion „Wenn dir ein Fremder schreibt“, für jüngere Kinder die Lektion „Spielen mit Fremden“.

Versteckte Kosten und In-Game-Käufe

Viele Spiele sind gratis und verdienen trotzdem Geld, über Käufe im Spiel. Eine eigene Spielwährung verschleiert dabei oft, wie viel echtes Geld gerade ausgegeben wird, und Kistchen oder Packs mit Zufallsinhalt setzen zusätzlich auf den Reiz des Glücks. Sperren Sie Käufe im Store und hinterlegen Sie keine Zahlungsdaten direkt im Kinderkonto. Erklären Sie Ihrem Kind, dass hinter bunten Münzen echtes Geld steckt. Warum gratis nicht immer gratis ist, zeigt Raki den Jüngeren in „Gratis ist nicht immer gratis“, und der teure Klick wird in „Der Klick, der Geld kostet“ erklärt.

Zeit und Sog

Online-Spiele sind so gebaut, dass man gern weiterspielt. Tägliche Belohnungen, Ranglisten und der nächste Level ziehen an, und gerade der Ausstieg fällt schwer, wenn Freunde noch online sind. Statt nur Minuten zu zählen, hilft es, das Ende anzukündigen und gemeinsam gute Ausstiegspunkte zu finden, etwa nach einer Runde. Wie ein gesundes Maß gelingt, übt Ihr Kind in der Lektion „Pause macht stark“.

Das Konto schützen

Ein sicheres Konto erspart die meisten Sorgen.

Vieles regelt sich schon beim Einrichten des Kontos. Legen Sie gemeinsam ein starkes, eigenes Passwort an, das Ihr Kind nicht weitergibt, und schalten Sie, wo möglich, eine zusätzliche Bestätigung beim Anmelden ein. Prüfen Sie die Jugendschutz- und Chat-Einstellungen, denn viele Plattformen bieten eigene Kinderkonten mit strengeren Voreinstellungen. Wichtig ist auch, dass gekaufte oder fertig eingerichtete Konten aus dem Netz tabu bleiben, weil man nie weiß, was daran hängt. Wie Ihr Kind sein Spielkonto schützt, zeigt die Lektion „Dein Spielkonto gehört dir“. Wenn ein eigenes Gerät neu dazukommt, hilft vorher der Leitfaden zum ersten Handy und seinen Regeln.

Gemeinsam statt Verbot

Mitspielen wirkt besser als aussperren.

Ein hartes Verbot hält selten lange, weil bei Freunden weitergespielt wird und das Spiel dadurch nur spannender erscheint. Wirksamer ist echtes Interesse. Lassen Sie sich das Spiel einmal zeigen, fragen Sie nach, was Ihr Kind daran begeistert, und staunen Sie ruhig ehrlich. Wer einmal Experte sein durfte und seine Welt erklären konnte, erzählt auch von den Dingen, die dort schieflaufen, von der komischen Nachricht bis zum Kauf, den es bereut. So wird aus Kontrolle Begleitung, und genau die schützt Ihr Kind am Ende mehr als jede Sperre.

Kurz gefragt

Was Eltern zu Online-Spielen fragen.

  • Sind Online-Spiele wie Roblox oder Fortnite sicher für Kinder?

    Die Spiele selbst sind nicht das Problem, es kommt auf drei Dinge an: den Chat mit fremden Mitspielern, versteckte Kosten durch In-Game-Käufe und den Sog, immer weiterzuspielen. Wenn Sie den Chat einstellen, Käufe im Store sperren und über die Spielzeit reden, wird aus einem beliebten Spiel eine ziemlich sichere Sache. Am besten schauen Sie am Anfang gemeinsam zu, statt nur Regeln von außen zu setzen.

  • Wie verhindere ich ungewollte Käufe im Spiel?

    Sperren Sie Käufe im App-Store oder Konsolen-Store und hinterlegen Sie keine Zahlungsdaten direkt im Kinderkonto. Viele Spiele arbeiten mit einer eigenen Spielwährung, die den echten Preis verschleiert. Erklären Sie Ihrem Kind, dass hinter bunten Münzen echtes Geld steckt, und vereinbaren Sie, dass Käufe immer vorher mit Ihnen besprochen werden.

  • Soll ich das Spielen lieber ganz verbieten?

    Ein Verbot wirkt selten lange, weil bei Freunden weitergespielt wird. Wirksamer ist Begleitung: gemeinsam die Einstellungen durchgehen, den Chat sicher machen, über Zeit und Käufe reden und ehrliches Interesse zeigen. Ein Kind, das seine Eltern an seiner Spielwelt teilhaben lässt, erzählt auch von Dingen, die dort schieflaufen.

Der erste Schritt

Heute Abend einmal gemeinsam mitspielen.

Lassen Sie sich das Lieblingsspiel zeigen und schauen Sie zusammen kurz in die Einstellungen. Mehr braucht es für den Anfang nicht.