Zurück zur Familien-Crew Eine Lektion der Familien-Crew

Falscher Computer-Support

  • Familien-Crew
  • Lesedauer rund 6 Minuten
  • Für Sie und für die ganze Familie

Plötzlich springt auf dem Bildschirm ein rotes Fenster auf. „Ihr Computer ist infiziert“, steht darin, und darunter eine Telefonnummer, die Sie sofort anrufen sollen. Oder das Telefon klingelt, und eine höfliche Stimme sagt, sie sei vom Computer-Support und habe ein Problem auf Ihrem Gerät entdeckt.

In beiden Fällen ist es dieselbe Masche. Ein angeblicher Computer-Support gibt vor, Ihr Gerät zu retten, will sich aber nur einen Weg hinein bahnen. Erst soll die erfundene Gefahr Sie erschrecken, dann sollen Sie einen Fremden auf Ihren Rechner lassen, und am Ende geht es ums Geld, gern in Form von gekauften Gutscheinkarten. Die gute Nachricht: Kein echter Hersteller arbeitet so, und genau daran erkennen Sie die Masche.

Ein echter Hersteller ruft Sie nie ungefragt an und zeigt keine Warnung mit einer Telefonnummer. Wer das tut, will nicht helfen, sondern hinein.
Raki
So klingt es

Ein nachgestellter Anruf

Dieses Gespräch ist erfunden, aber genau so läuft es ab. Achten Sie darauf, wie aus einer erschreckenden Warnung am Ende ein Fremder auf Ihrem Rechner und eine Zahlung werden sollen.

Nachgestelltes Telefongespräch
  1. Der angebliche Support

    „Guten Tag, hier ist der technische Sicherheitsdienst für Ihren Computer. Unsere Systeme melden, dass von Ihrem Gerät gefährliche Viren verschickt werden. Sehen Sie gerade eine Warnung auf dem Bildschirm?“

  2. Sie, beunruhigt

    „Ja, da ist so ein rotes Fenster mit einer Nummer. Ist das schlimm?“

  3. Der angebliche Support

    „Sehr schlimm, aber wir bekommen das in den Griff. Ich muss mich nur kurz mit Ihrem Rechner verbinden. Bitte öffnen Sie Ihren Browser und installieren Sie das kleine Wartungsprogramm, das ich Ihnen nenne.“

  4. Sie, unsicher

    „Und dann können Sie auf meinen Computer schauen?“

  5. Der angebliche Support

    „Genau, so kann ich alles bereinigen. Ich sehe hier schon Dutzende Viren, die Reparatur kostet einmalig einen kleinen Betrag. Kaufen Sie bitte gleich ein paar Gutscheinkarten und lesen Sie mir die Codes durch, dann ist Ihr Gerät wieder sicher.“

Genau hier ist Schluss. Kein echter Hersteller ruft ungefragt an, will sich auf Ihren Rechner schalten oder verlangt eine Reparatur, die Sie mit Gutscheinkarten bezahlen. Gutscheinkarten sind kein Zahlungsmittel für Support, sie sind nur für Betrüger interessant, weil sich die Codes spurlos abheben lassen.

Die Warnsignale

Daran erkennen Sie die Masche

Ob am Telefon oder als aufspringendes Fenster: Die Zeichen sind immer dieselben. Schon eines davon genügt, um das Gespräch zu beenden oder das Popup zu schließen.

  • Ein Anruf, den Sie nie wollten

    Echte Hersteller rufen niemals von sich aus an, um ein Problem auf Ihrem Gerät zu melden. Ein unerwarteter Support-Anruf ist immer die Masche.

  • Ein Popup mit Telefonnummer

    Eine echte Warnung zeigt niemals eine Nummer, die Sie anrufen sollen. Genau diese Nummer führt Sie geradewegs zu den Tätern.

  • Angst und Eile

    „Ihr Computer ist infiziert, handeln Sie sofort.“ Die Warnung soll Panik machen, denn wer erschrickt, denkt nicht mehr ruhig nach.

  • Verlangen nach Fernzugriff

    Sie sollen ein Programm installieren, damit der Anrufer auf Ihren Rechner darf. Wer das bekommt, sieht und steuert alles, auch Ihr Konto.

  • Zahlung per Gutscheinkarten

    Sie sollen Guthabenkarten kaufen und die Codes durchgeben. Kein echtes Unternehmen lässt eine Reparatur so bezahlen, nur Betrüger tun das.

  • Bloß dranbleiben

    Sie sollen in der Leitung bleiben, nichts ausschalten und mit niemandem sprechen. So verhindern die Täter, dass Sie jemand warnt.

Was Sie tun

Ruhig und der Reihe nach

Kein einziger dieser Schritte erfordert Eile. Genau das unterscheidet Sie von den Anrufern und Popups, die es immer eilig haben.

  1. Das Popup ignorieren, nicht anrufen

    Rufen Sie die Nummer aus dem Warnfenster niemals an. Die Warnung ist nur eine Anzeige im Browser, kein echter Fund auf Ihrem Gerät.

  2. Den Computer neu starten

    Lässt sich das Fenster nicht schließen, schalten Sie den Rechner einfach aus und wieder ein. Nach dem Neustart ist das Popup fast immer verschwunden.

  3. Niemandem Fernzugriff geben

    Installieren Sie kein Programm, das ein Anrufer Ihnen nennt, und lassen Sie niemanden auf Ihren Rechner schalten. Wer Fernzugriff bekommt, kann alles sehen und verändern.

  4. Keine Gutscheinkarten-Codes vorlesen

    Kaufen Sie keine Guthabenkarten für einen Support und lesen Sie niemals Codes am Telefon vor. Ein Code, den Sie nennen, ist sofort weg.

  5. Im Zweifel jemanden aus der Familie fragen

    Sind Sie unsicher, legen Sie auf und rufen Sie in Ruhe jemanden aus Ihrer Familie an. Zu zweit durchschaut man so einen Anruf viel schneller.

  6. Schon Zugriff gegeben? Gerät vom Internet trennen

    Haben Sie doch jemanden hineingelassen, trennen Sie den Rechner sofort vom Internet, ziehen Sie das Netzwerkkabel oder schalten Sie das WLAN aus. Holen Sie dann Hilfe in der Familie, ändern Sie Ihre Passwörter und informieren Sie Ihre Bank.

Der wichtigste Satz
Kein echter Support ruft ungefragt an

Ein Fenster mit Telefonnummer ist keine echte Warnung, und ein unerwarteter Support-Anruf ist keine echte Hilfe. Schließen Sie das Popup, starten Sie den Rechner neu und lassen Sie niemanden auf Ihr Gerät. Wer echt ist, ruft Sie dafür nie an.

Rakis Merksatz aus dieser Lektion
Kurz-Check

Drei Fragen zum Mitnehmen.

Prüfen Sie kurz, ob die wichtigsten Regeln sitzen. Nichts wird gespeichert.

Frage 1 von 3 Richtig: 0

Lesen Sie in Ruhe und wählen Sie eine Antwort.

Geschafft

Jetzt durchschauen Sie den falschen Computer-Support.

Kein Hersteller ruft ungefragt an, kein echtes Warnfenster zeigt eine Nummer, und keine Reparatur wird mit Gutscheinkarten bezahlt. Wenn ein Anruf oder Popup Druck macht: Popup schließen, Computer neu starten und im Zweifel jemanden aus der Familie fragen.