Es macht „pling“ auf dem Handy: „Ihr Paket wartet, bitte zahlen Sie 2,99 Euro Zollgebühr.“ Oder: „Ihre Sendung konnte nicht zugestellt werden, bestätigen Sie hier.“ Manchmal ist es auch die Bank, die eine Zahlung freigegeben haben will. Immer ist ein Link dabei, immer soll es schnell gehen. Und fast immer ist es Betrug.
Diese Masche heißt Smishing, also Betrug per SMS oder Messenger. Sie funktioniert wie die gefälschte Mail, nur dass sie auf dem Handy landet, wo man schneller tippt und weniger nachschaut. Die gute Nachricht: Sie müssen dafür kein Technikprofi sein. Es reicht, die Masche einmal in Ruhe gesehen zu haben und eine einzige Gewohnheit beizubehalten.
Kein Paketdienst und kein Zoll schickt Ihnen eine Rechnung per SMS-Link. Wer das tut, will nicht Ihr Paket zustellen, sondern Ihre Kartendaten.
Eine nachgestellte SMS
Diese Nachricht ist erfunden, aber genau so landet sie täglich auf Millionen Handys. Lesen Sie in Ruhe mit und achten Sie darauf, womit hier Eile erzeugt wird.
„Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Es fehlt eine Zollgebühr von 2,99 Euro. Bestätigen Sie die Zahlung innerhalb von 24 Stunden, sonst geht die Sendung zurück: paket-zoll.xyz/de“
Drei Zeichen verraten diese SMS. Erstens die Nummer: Ein echter Paketdienst schreibt Ihnen nicht von einer fremden Handynummer aus dem Ausland. Zweitens der Link auf paket-zoll.xyz, eine Adresse, die mit keinem echten Paketdienst und keinem Zoll zu tun hat. Drittens der winzige Betrag mit knapper Frist: 2,99 Euro klingen harmlos, doch auf der Zahlseite werden Ihre kompletten Kartendaten abgegriffen. Ob wirklich ein Paket unterwegs ist, sehen Sie nur dort, wo Sie selbst hingehen: in der App des Paketdienstes oder auf dessen bekannter Seite, nie über den Link aus der SMS.
Daran erkennen Sie die Betrugs-SMS
Tritt eines dieser Zeichen auf, dürfen Sie misstrauisch werden. Treten mehrere zusammen auf, ist es fast sicher Smishing.
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Eile und Neugier
„Ihr Paket wartet“, „nur noch 24 Stunden“. Die Nachricht spielt mit der Vorfreude auf ein Paket, damit Sie tippen, bevor Sie nachdenken.
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Unbekannte oder fremde Nummer
Eine Handynummer, oft aus dem Ausland, die Sie nicht kennen. Eine SMS mit Link von einer unbekannten Nummer ist fast immer Betrug.
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Alles läuft über den Link
Die SMS bietet nur einen Weg an: ihren eigenen Link, oft verkürzt und mit fremder Adresse. Genau diesen Weg tippen Sie nie an.
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Kleiner Betrag als Köder
2,99 Euro Zollgebühr wirken zu klein für Betrug. Doch es geht nie um den Betrag, sondern um die Kartendaten, die Sie dafür eingeben sollen.
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Frage nach Karten- und Bankdaten
Auf der Seite hinter dem Link sollen Sie Kartennummer, PIN oder eine TAN eingeben. Ihre Bank fragt so etwas nie per SMS ab. Niemals.
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Zoll und Paketdienst per SMS
Weder Zoll noch Paketdienst verlangen Gebühren über einen Link in einer SMS. Allein diese Bitte entlarvt die Nachricht als Fälschung.
Ruhig und der Reihe nach
Sie müssen keine Technik verstehen und nichts auswendig lernen. Die Schritte eins bis drei erledigen fast jeden Fall.
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Innehalten, den Link nicht antippen
Kein Paketdienst und keine Bank verlangt eine Antwort in Minuten. Die SMS kann warten, so lange Sie wollen. Tippen Sie nichts an und öffnen Sie keinen Link.
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Erwarten Sie überhaupt ein Paket?
Fragen Sie sich in Ruhe, ob Sie gerade etwas bestellt haben. Oft passt die angebliche Sendung zu gar nichts. Schon diese kurze Frage nimmt der SMS ihre Wirkung.
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Selbst hingehen statt dem Link folgen
Öffnen Sie die App des Paketdienstes oder tippen Sie dessen bekannte Adresse selbst in den Browser und geben Sie die Sendungsnummer dort ein. Wenn wirklich etwas ansteht, sehen Sie es dort. Steht dort nichts, war die SMS Betrug.
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Nicht antworten, auch nicht mit „STOP“
Antworten Sie nicht, tippen Sie kein „STOP“ und rufen Sie die Nummer nicht zurück. Jede Reaktion zeigt den Tätern nur, dass Ihre Nummer aktiv ist, und bringt neue Nachrichten.
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Nummer blockieren und SMS löschen
Blockieren Sie die Nummer im Nachrichtenprogramm und löschen Sie die SMS. Bei einer angeblichen Bank-SMS rufen Sie Ihre Bank unter der Nummer an, die auf Ihrer Karte oder der offiziellen Seite steht, nie unter der Nummer aus der SMS.
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Falls Sie doch Daten eingegeben haben: sofort handeln, ohne Scham
Haben Sie auf der Seite Kartendaten eingegeben, rufen Sie umgehend Ihre Bank an und lassen Sie die Karte sperren, in Deutschland auch über den Sperr-Notruf 116 116. Ändern Sie betroffene Passwörter. Das passiert auch vorsichtigen Menschen jeden Tag. Es zählt allein die schnelle Reaktion, nicht die Scham.
Wenn die SMS im echten Verlauf steht
Betrüger können den Absendernamen fälschen. Dann taucht eine falsche Nachricht scheinbar im selben Verlauf auf wie die echten SMS Ihrer Bank oder Ihres Paketdienstes, direkt unter einer früheren, echten Mitteilung. Das wirkt sehr überzeugend, ist aber kein Beweis für Echtheit. Auch fehlerfreie Sätze und ein richtiger Name sagen heute nichts mehr, denn Namen stammen oft aus Datenlecks.
Darum gilt: Verlassen Sie sich nicht auf den Absender und nicht auf Ihr Bauchgefühl allein. Was immer funktioniert, egal wie echt die SMS aussieht, ist der Weg: Sie folgen nie dem Link aus der Nachricht, sondern gehen selbst hin, über die gewohnte App oder die selbst eingetippte Adresse. Diesen Weg kann Ihnen keine noch so perfekte SMS abnehmen oder fälschen.
Kein Link aus einer SMS. Niemals.
Öffnen Sie die gewohnte App oder tippen Sie die Adresse selbst ein und geben Sie die Sendungsnummer dort ein. Was wirklich ansteht, sehen Sie dort. Diese eine Gewohnheit schlägt jede noch so echte Betrugs-SMS.
Das Missions-Dokument zu dieser Lektion
„Die falsche Mail“ ist das passende Blatt zum gemeinsamen Durchgehen und deckt die SMS gleich mit ab: Beispiele einschätzen, Warnsignale markieren und das Protokoll zum Abhaken. Am besten zu zweit, mit den Enkeln oder mit der Nachbarin.
Drei Fragen zum Mitnehmen.
Prüfen Sie kurz, ob die wichtigsten Regeln sitzen. Nichts wird gespeichert.
Lesen Sie in Ruhe und wählen Sie eine Antwort.
Jetzt durchschauen Sie die Betrugs-SMS.
Innehalten, Nummer und Link misstrauisch ansehen, selbst hingehen über die App oder die bekannte Seite. Nummer blockieren, SMS löschen. Und falls doch etwas passiert ist, rufen Sie Ihre Bank an, unter der Nummer, die Sie kennen. So läuft jede Betrugs-SMS ins Leere.