Wo bin ich? Geht Fremde nichts an
Hör dir zuerst die Geschichte an. Danach kommt deine Mission.
Hören · bald
Stell dir einen Tarnumhang vor. Wer ihn trägt, wird unsichtbar. Niemand im Netz sieht, ob du zu Hause bist, im Park oder bei deinen Großeltern.
Manche Apps wollen dir den Umhang wegnehmen. Sie zeigen auf einer Karte, wo du bist. Das nennt man Standort. Den sehen dann vielleicht auch Fremde. Darum bleibt die Standort-Anzeige meistens aus. Fragt eine App danach, fragst du deine Eltern.
Auch im Chat bleibt dein Umhang an. Du schreibst nicht: „Ich bin gerade allein auf dem Spielplatz an der Eichenstraße.“ Das geht Fremde nichts an.
Wo du bist, wissen deine Eltern. Hast du es jemandem verraten, erzählst du es ihnen. Du bekommst keinen Ärger.
Rakis Merksatz
Wo du bist, bleibt unter deinem Tarnumhang.
Raki sagt: „Mit deinem Tarnumhang bist du im Netz unsichtbar. Deine Eltern wissen trotzdem, wo du bist.“
Deine Mission
Frage 1 von 3
Eine App fragt nach deinem Standort. Was machst du?
Deine Eltern wissen, ob eine App deinen Standort wirklich braucht. Im Zweifel bleibt die Anzeige aus.
Wo du bist, bleibt unter deinem Tarnumhang. Frag deine Eltern, ob die App den Standort braucht. Im Zweifel bleibt er aus.
Frage 2 von 3
Jemand im Chat fragt: „Wo bist du gerade?“ Was machst du?
Wo du bist, geht Fremde nichts an. Erzähl es deinen Eltern, wenn jemand danach fragt.
Auch eine Straße oder ein Spielplatz verrät, wo du bist. Das bleibt unter deinem Tarnumhang. Erzähl es deinen Eltern, wenn jemand danach fragt.
Frage 3 von 3
Wer darf wissen, wo du gerade bist?
Dein Team am Boden, das sind deine Eltern und Menschen, denen ihr zusammen vertraut. Fremde im Netz gehören nicht dazu.
Nett fragen kann jeder. Wo du bist, wissen deine Eltern, damit sie auf dich aufpassen können. Fremde im Netz gehören nicht dazu.
Löse die Mission, dann bekommst du deinen Haken.
Für deine Eltern
Aufgabe für Sie und Ihr Kind
Zum Vorlesen:
Wo du gerade bist, bleibt unter deinem Tarnumhang. Die Standort-Anzeige bleibt meistens aus, und im Chat schreibst du nicht, wo du gerade bist. Deine Eltern wissen es, damit sie auf dich aufpassen können.
Die Frage: Ist die Standort-Anzeige aus?
Zum Weiterreden:
- Schreibe ich gerade, wo ich bin?
- Wer darf wissen, wo ich bin?
Gemeinsam üben: Schaut gemeinsam am Tablet oder Handy nach: Welche Apps dürfen den Standort sehen? Schaltet ihn aus, wo er nicht gebraucht wird. Spielt dann einmal durch: Jemand fragt im Chat „Wo bist du gerade?“. Das Kind übt: nichts schreiben, Bescheid sagen.
Gut zu wissen
- Das Bild trägt: Der Tarnumhang macht den abstrakten Begriff Standort greifbar. Wo Ihr Kind gerade ist, ist privat und muss im Netz nicht sichtbar sein.
- Freigaben prüfen: Gehen Sie die Standortfreigaben (Ortungsdienste) der Apps gemeinsam durch und schalten Sie sie aus, wo sie nicht nötig sind. Auch Fotos können den Aufnahmeort mitspeichern; das lässt sich in der Kamera abschalten.
- Verräterische Kleinigkeiten: Auch beiläufige Hinweise im Chat, etwa der Spielplatz um die Ecke oder der Name der Schule, können den Aufenthaltsort verraten.
- Familie ist etwas anderes: Eine Standortfreigabe in der Familie kann sinnvoll sein. Erklären Sie den Unterschied zwischen vertrauten Menschen und Fremden, und sprechen Sie offen darüber, wer den Standort Ihres Kindes sieht.
- Ruhig statt streng: Hat Ihr Kind doch einmal einen Ort verraten, danken Sie ihm fürs Erzählen, statt zu schimpfen. Hat ein Fremder nachgefragt, bewahren Sie den Verlauf auf, blockieren und melden Sie den Kontakt. Drängt jemand oder will sich treffen, wenden Sie sich an die Polizei.
Blatt zur Reihe zum Ausdrucken: „Wer bist du wirklich?“