Es klingt nach der einfachen Lösung: Der Staat verbietet soziale Medien unter 16, und das Thema ist erledigt. Australien hat genau das im Dezember 2025 getan, als erstes Land der Welt.
Ende Juli 2026 hat die zuständige Behörde nachgesehen. Vorher waren rund 86 von hundert Kindern auf mindestens einer Plattform, drei Monate danach immer noch 81. Mehr als die Hälfte berichtete, ihr Alter sei nie geprüft worden. Die frei gewordene Zeit wanderte in Messenger und Spiele.
Das ist kein Argument gegen Regeln. Es ist eine Erinnerung: Ein Verbot von außen nimmt uns die Arbeit nicht ab. Heikel wird der Moment, in dem man glaubt, das Gesetz passe schon auf, und selbst aufhört hinzuschauen.
Begleiten ersetzt kein Gesetz, und ein Gesetz ersetzt kein Begleiten.
Diese Woche einmal fragen: „Zeig mir mal, was du heute gesehen hast.“ Ohne zu bewerten.
Passend dazu die Lektion „Erst denken, dann posten“. Und für das Maß im Alltag: „Gesund online bleiben“.