In einem Chat oder unter einem Video wird jemand übel beleidigt. Viele lesen mit und schweigen, weil sie sich unsicher fühlen. Vielleicht denkst auch du: Was soll ich da schon tun? Die Wahrheit ist: Du kannst eine Menge tun, mehr, als du im ersten Moment glaubst.
Wenn Menschen im Netz beschimpft, ausgelacht oder sogar bedroht werden, nennt man das Hassrede. Das ist nicht einfach eine Meinung, das verletzt wirklich. Und wer angegriffen wird, fühlt sich oft ganz allein gelassen, gerade weil so viele nur stumm zusehen und nichts sagen.
Genau hier kommt Zivilcourage ins Spiel: der Mut, einer anderen Person beizustehen, auch wenn es unbequem ist. Das geht auch hinter dem Bildschirm, und zwar ganz ohne dass du dich selbst in Gefahr bringst oder dich mit den Angreifern auf einen Streit einlassen musst.
Du musst kein Held sein. Schon ein freundliches Wort zeigt der betroffenen Person: Du bist nicht allein.
Wann es Hassrede ist
Es ist Hassrede, wenn jemand andere immer wieder beschimpft, bedroht oder lächerlich macht, oft wegen ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihres Glaubens. Ein ehrlicher Streit über eine Sache ist dagegen völlig erlaubt, da darf man ruhig unterschiedlicher Meinung sein. Aber wer eine Person angreift statt ein Thema, der geht eindeutig zu weit. Wenn du so etwas bei einem anderen Menschen mitbekommst, dann darfst und sollst du etwas tun, ohne lange zu zögern.
Was kann ich tun?
Wenn du Hassrede siehst, helfen dir diese drei Fragen weiter. Jede von ihnen führt dich zu einem ruhigen und sicheren Schritt, den du sofort tun kannst.
-
Mache ich mit?
Nein, auf keinen Fall. Lache nicht mit, teile den Beitrag nicht weiter und gib ihm kein Herz. So gibst du dem Hass keine Bühne und keine Reichweite.
-
Zeige ich Unterstützung?
Schreib der betroffenen Person ruhig ein freundliches Wort, etwa dass du zu ihr hältst. Ein einziger netter Satz tut gut und macht stark.
-
Hole ich Hilfe?
Melde den Beitrag mit der Melden-Funktion der App und erzähle einem Erwachsenen davon, dem du vertraust. Gemeinsam seid ihr stärker.
Nicht mitmachen, beistehen, melden, Hilfe holen.
Zivilcourage wirkt auch hinter dem Bildschirm.
In Kürze
-
Erklären Sie den Unterschied zwischen Streit über eine Sache und Angriff auf eine Person.
-
Ermutigen Sie zu Beistand statt Streit und zeigen Sie die Melden-Funktion.
-
Machen Sie klar: Bei Hassrede dürfen sich Kinder jederzeit an Erwachsene wenden.
-
Sichern Sie Beweise mit einem Screenshot, bevor ein Beitrag gelöscht wird.
Drei Fragen, dann hast du es.
Zeig Raki, was hängen geblieben ist. Nichts wird gespeichert.
Lies in Ruhe und wähle deine Antwort.
Wird jemand im Netz fertiggemacht, oder trifft es dich selbst? Du bist nicht allein. Sag deinen Eltern oder einer erwachsenen Person, der du vertraust, Bescheid. Die Nummer gegen Kummer hilft dir kostenlos und anonym unter 116 111. Bei Mobbing und Hass im Netz beraten dich auch junge Ehrenamtliche von juuuport.de. Weitere Anlaufstellen findest du auf unserer Hilfe-Seite.
Jetzt weißt du, wie du anderen im Netz beistehst.
Du machst nicht mit, zeigst der betroffenen Person Unterstützung, meldest den Beitrag und holst dir Hilfe. So wirkt deine Zivilcourage auch hinter dem Bildschirm.