Zurück zur Familien-Crew Eine Lektion der Familien-Crew

Falsche Polizei, falsche Bank

  • Familien-Crew
  • Lesedauer rund 6 Minuten
  • Für Sie und für die ganze Familie

Am Telefon meldet sich eine ruhige, amtlich klingende Stimme. Kriminalpolizei, sagt sie, in Ihrer Nachbarschaft sei eingebrochen worden, und nun sei auch Ihr Erspartes in Gefahr. So beginnt die Masche vom falschen Beamten.

Diese Masche arbeitet nicht mit Tränen, sondern mit Autorität. Polizei, Staatsanwaltschaft, Bank: Wer sich auf ein Amt beruft, dem widerspricht man nicht gern. Genau darauf bauen die Täter. Sie erfinden eine Gefahr, geben sich als Retter aus und lenken das Gespräch Schritt für Schritt zu Ihrem Geld, Ihrem Schmuck oder Ihren Geheimzahlen. Die gute Nachricht: Die Masche hat eine Schwachstelle, und die lernen Sie auf dieser Seite kennen.

Wer sich am Telefon auf sein Amt beruft und dann nach Ihrem Geld fragt, hat kein Amt. Er hat eine Masche.
Raki
So klingt es

Ein nachgestellter Anruf

Dieses Gespräch ist erfunden, aber genau so läuft es ab. Achten Sie darauf, wie aus einer erfundenen Gefahr am Ende eine Übergabe werden soll.

Nachgestelltes Telefongespräch
  1. Die amtliche Stimme

    „Guten Tag, hier spricht die Kriminalpolizei. Es geht um Ihre Sicherheit. In Ihrer Straße wurde eine Einbrecherbande festgenommen, zwei Täter sind noch flüchtig.“

  2. Sie, erschrocken

    „Um Himmels willen. Und was habe ich damit zu tun?“

  3. Die amtliche Stimme

    „Bei den Festgenommenen lag eine Liste, und Ihr Name steht darauf. Haben Sie Bargeld oder Schmuck im Haus? Wir müssen beides zu Ihrer Sicherheit in amtliche Verwahrung nehmen.“

  4. Sie, unsicher

    „Ein wenig ist schon da. Soll ich es zur Wache bringen?“

  5. Die amtliche Stimme

    „Auf keinen Fall das Haus verlassen, Sie werden womöglich beobachtet. Legen Sie alles bereit, ein Kollege in Zivil holt es gleich ab. Und sprechen Sie mit niemandem darüber, die Ermittlung ist streng vertraulich.“

Genau hier ist Schluss. Eine „amtliche Verwahrung“ von Bargeld und Schmuck gibt es nicht. Die echte Polizei nimmt am Telefon niemals Wertsachen in Sicherheit, schickt keine Kollegen zum Abholen und verlangt keine Geheimhaltung.

Die Warnsignale

Daran erkennen Sie die Masche

Ob angebliche Polizei, Staatsanwaltschaft oder Bank: Die Zeichen sind immer dieselben. Schon eines davon genügt, um aufzulegen.

  • Die 110 im Display

    Die echte Polizei ruft niemals mit der 110 an. Steht diese Nummer im Display, ist sie technisch gefälscht, ohne jede Ausnahme.

  • Eine erfundene Gefahr

    Einbrecher in der Nachbarschaft, Betrug auf Ihrem Konto: Die Geschichte soll Angst machen, denn Angst macht gefügig.

  • Geld „in Verwahrung“

    Bargeld oder Schmuck sollen zur Sicherheit übergeben werden. So etwas gibt es nicht, bei keiner Behörde und keiner Bank.

  • Fragen nach PIN und TAN

    Ihre Geheimzahlen gehen niemanden etwas an, auch die eigene Bank nicht. Wer danach fragt, will an Ihr Konto.

  • Ein „Kollege“ kommt vorbei

    Ein Bote in Zivil soll alles abholen. Weder Polizei noch Bank schicken jemanden an Ihre Tür, um Wertsachen mitzunehmen.

  • Geheimhaltung und Dauerleitung

    Sie sollen mit niemandem sprechen und am besten in der Leitung bleiben. So verhindern die Täter, dass jemand Sie warnt.

Was Sie tun

Ruhig und der Reihe nach

Kein einziger dieser Schritte erfordert Eile. Genau das unterscheidet Sie von den Anrufern, die es immer eilig haben.

  1. Auflegen, ohne sich zu rechtfertigen

    Sie schulden am Telefon niemandem eine Auskunft, auch keinem angeblichen Beamten. Ein echter Polizist nimmt Ihnen das Auflegen niemals übel.

  2. Kurz warten oder ein anderes Telefon nehmen

    Manche Täter halten die Leitung nach dem Auflegen offen. Warten Sie einen Moment, bis das Freizeichen da ist, oder nutzen Sie für den nächsten Anruf ein anderes Telefon, etwa Ihr Handy.

  3. Selbst die echte Nummer wählen

    Rief angeblich die Polizei an, wählen Sie selbst die 110. Rief angeblich Ihre Bank an, nehmen Sie die Nummer von Ihrer Karte oder vom Kontoauszug. Niemals die Nummer verwenden, die der Anrufer Ihnen nennt.

  4. Nichts an der Tür übergeben

    Lassen Sie keinen angekündigten Abholer herein und legen Sie nichts vor die Tür. Was einmal übergeben ist, ist fast immer verloren.

  5. PIN und TAN bleiben geheim

    Nennen Sie Geheimzahlen niemals am Telefon, tippen Sie sie nicht ein und geben Sie keine Freigaben in Ihrer Banking-App, um die Sie am Telefon gebeten werden.

  6. Erzählen Sie davon

    Sprechen Sie mit Ihrer Familie über den Anruf und melden Sie ihn der echten Polizei. Jede Meldung hilft, und peinlich sein muss Ihnen dabei gar nichts. Die Täter sind Profis, die es täglich bei tausenden Menschen versuchen.

Zum Vertiefen

Gemeinsam üben, gemeinsam sicher

Zu dieser Lektion gibt es ein Missions-Dokument zum Ausdrucken. Damit gehen Sie die Masche in Ruhe durch, allein oder mit der ganzen Familie am Tisch.

Familien-Crew

Der falsche Beamte

Anrufe einschätzen: echter Beamter oder Masche? Warnsignale finden, richtig reagieren und die wichtigsten Regeln festhalten. Für die ganze Familie.

  • Anruf-Szenarien gemeinsam einschätzen
  • Die richtige Reaktion üben
Missions-Dokument öffnen
Der wichtigste Satz
Auflegen ist Ihr stärkstes Recht

Kein Amt der Welt verbietet Ihnen, ein Telefonat zu beenden. Legen Sie auf und wählen Sie selbst die 110 oder die Nummer Ihrer Bank. Wer echt ist, hat damit kein Problem. Wer ein Problem damit hat, war nicht echt.

Rakis Merksatz aus dieser Lektion
Kurz-Check

Drei Fragen zum Mitnehmen.

Prüfen Sie kurz, ob die wichtigsten Regeln sitzen. Nichts wird gespeichert.

Frage 1 von 3 Richtig: 0

Lesen Sie in Ruhe und wählen Sie eine Antwort.

Geschafft

Jetzt durchschauen Sie den falschen Beamten.

Die 110 ruft niemals an, niemand verwahrt Ihr Geld, und Ihre Geheimzahlen gehen auch die Bank nichts an. Wenn ein Anruf Druck macht: auflegen, durchatmen und selbst die echte Nummer wählen.