Ein Algorithmus ist eine Rechenregel. In deinen Apps entscheidet er, was du als Nächstes siehst, also welches Video, welcher Beitrag, welcher Vorschlag oben auftaucht.
Das klingt erst mal praktisch, denn die App zeigt dir Dinge, die zu dir passen. Aber es gibt einen Haken. Der Algorithmus wählt meist nicht das, was gut oder wahr für dich ist. Er wählt das, was dich am längsten festhält.
Je länger du bleibst, desto mehr verdient die App. Darum merkt sich die Rechenregel jeden Klick, jedes Wischen, jede Sekunde, die du irgendwo hängst. Daraus lernt sie, womit sie dich noch länger fesseln kann.
Das ist nicht böse gemeint, aber es ist auch nicht für dich gemacht. Wenn du verstehst, dass eine App dich möglichst lange halten will, schaust du sie mit anderen Augen an. Dann bist nicht mehr du das Ziel, sondern du triffst die Wahl.
Der Algorithmus will nicht dein Bestes. Er will deine Zeit. Wenn du das weißt, entscheidest wieder du, wann Schluss ist.
So arbeitet die Rechenregel
Stell dir vor, ein sehr aufmerksamer Kellner merkt sich genau, bei welchem Gericht du am längsten sitzen bleibst. Genau das bringt er dir dann immer wieder, auch wenn etwas anderes besser für dich wäre. Der Algorithmus macht das mit Videos und Beiträgen, nur viel schneller und mit Millionen Menschen gleichzeitig.
Oft zeigt er dir das, was dich besonders aufregt oder neugierig macht, weil du dabei am längsten dranbleibst. Das ist aber nicht unbedingt wahr oder wichtig. Darum lohnt es sich, kurz innezuhalten und selbst zu prüfen, was du da siehst.
Rakis drei Fragen
Diese drei Fragen helfen dir, die Kontrolle zu behalten. Stell sie dir, sobald du merkst, dass du nur noch weiterwischst.
-
Wer hat ausgesucht, was ich hier sehe?
Nicht der Zufall, sondern eine Rechenregel hat das für dich gewählt. Sie will, dass du bleibst. Wenn du das im Kopf hast, schaust du wacher hin.
-
Wollte ich das wirklich anschauen?
Hast du dieses Video gesucht oder wurde es dir nur vorgesetzt? Frag dich, ob es dir guttut oder ob du nur aus Gewohnheit weiterwischst.
-
Wann höre ich auf?
Setz dir vorher ein Ende, zum Beispiel mit einem Wecker oder einer festen Zahl an Videos. So bestimmst du den Schluss, nicht die App.
Der Algorithmus zeigt, was hält, nicht, was zählt.
Entscheide selbst, was du anschaust und wann du aufhörst.
In Kürze
-
Erklären Sie, dass Empfehlungen von einer Rechenregel kommen, die auf Verweildauer optimiert ist.
-
Vereinbaren Sie feste Zeiten oder eine Zahl an Videos, statt offenes Endlos-Scrollen zuzulassen.
-
Üben Sie gemeinsam die Frage: Wollte ich das sehen oder wurde es mir nur vorgeschlagen?
-
Zeigen Sie, wo sich Autoplay und Benachrichtigungen abschalten lassen, um den Sog zu bremsen.
Drei Fragen, dann hast du es.
Zeig Raki, was hängen geblieben ist. Nichts wird gespeichert.
Lies in Ruhe und wähle deine Antwort.
Jetzt führst du den Algorithmus, nicht umgekehrt.
Du weißt, dass die App dich halten will, und kannst bewusst entscheiden, was du anschaust und wann du aufhörst.