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Eine Raki-Lektion

Ist das wahr? Quellen prüfen

CyberAcademy ● Lesedauer rund 6 Minuten ● Ab Klasse 5, auch gut für den Unterricht

Im Netz kann jeder alles behaupten. In einer Minute schreibt jemand einen Beitrag, in der nächsten haben ihn tausend Leute geteilt. Ob er stimmt, hat bis dahin niemand geprüft.

Genau deshalb ist diese Lektion die wichtigste der ganzen CyberAcademy: Wer prüfen kann, was wahr ist, den kann das Netz nicht so leicht austricksen. Und das Beste daran: Du brauchst dafür nur drei Fragen.

„Glauben kannst du später. Erst wird geprüft. Ich zeig dir, wie schnell das geht."

Rakis Drei-Fragen-Check

1

Wer sagt das?

Steht ein echter Name dahinter, eine Redaktion, ein Impressum? Oder nur ein anonymes Profil, das gestern erstellt wurde? Keine erkennbare Quelle heißt: kein Vertrauen.

2

Sagen das auch andere?

Such die Behauptung kurz woanders. Berichten mehrere unabhängige Seiten dasselbe? Wenn nur eine einzige Quelle es weiß, sei vorsichtig.

3

Will es mich aufregen?

Macht dich der Beitrag sofort wütend, ängstlich oder riesig neugierig? Starke Gefühle sind das Lieblingswerkzeug von Falschmeldungen, denn aufgeregte Leute teilen schneller.

Finde die vier Warnsignale

So könnte ein Beitrag aussehen, der dir im Netz begegnet. Vier Dinge daran sind verdächtig. Tipp sie an, wenn du sie entdeckst.

vor 2 Stunden · öffentlich

0 von 4 Warnsignalen gefunden
  • Anonymer Absender: kein echter Name, kein Impressum, keine Quelle.
  • GROSSBUCHSTABEN und viele Ausrufezeichen wollen Gefühle, keine Fakten.
  • „Alle anderen verschweigen es" ist ein uralter Trick, um Prüfen zu verhindern.
  • Zeitdruck beim Teilen ist ein Alarmsignal. Echte Nachrichten laufen nicht weg.
Alle vier gefunden! Genau so liest ein Profi: erst die Signale sehen, dann entscheiden. Übrigens ist an dem Beitrag noch etwas faul: Es fehlt jede Quelle, WER die Handys verbieten soll.

So prüfst du in einer Minute

  • Lies mehr als die Überschrift. Überschriften übertreiben fast immer.
  • Schau, wer dahintersteht: Name, Impressum, echtes Profil.
  • Such die Behauptung in einer zweiten, unabhängigen Quelle.
  • Prüf das Datum. Alte Bilder und Meldungen tauchen gern in neuem Gewand auf.
  • Je stärker deine Gefühle, desto gründlicher prüfen.
  • Im Zweifel: nicht teilen. Was du nicht weitergibst, kann keinen Schaden anrichten.

Was würdest du tun?

Im Klassenchat teilt jemand einen Beitrag: „Ab nächster Woche fällt die Schule für immer aus, das hat eine neue Regel entschieden! Schick das schnell an alle weiter!" Drei deiner Freunde haben es schon geteilt.

Stark. Wie viele Leute etwas geteilt haben, sagt nichts darüber, ob es stimmt. Dein Check schon. Und falls es wirklich wahr wäre, würden es auch echte Nachrichtenseiten melden.

Erst prüfen, dann glauben. Erst glauben, dann teilen.

Niemals andersherum.

Rakis Merksatz aus dieser Lektion

Schon mal etwas Falsches geteilt? Das passiert sogar Erwachsenen. Sag einfach kurz in der Gruppe Bescheid, dass es nicht stimmt. Das ist nicht peinlich, das ist stark.
Für Eltern und Lehrkräfte

In Kürze

  • Üben Sie den Drei-Fragen-Check gemeinsam an echten Beiträgen aus dem Feed.
  • Vorbild zählt: Erzählen Sie, wenn Sie selbst etwas geprüft oder verworfen haben.
  • Vereinbaren Sie die Familienregel: Im Zweifel wird nicht geteilt.
  • Loben Sie das Prüfen, nicht das Rechthaben. Es geht um die Gewohnheit.

Ab jetzt entscheidest du, was du glaubst.

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